Auch rund um den Landtag blühen die ersten blauen und violetten Krokusse und kündigen mit großen Schritten den Frühling an. Ein wunderbarer Anblick zwischen den stressigen Terminen im Landtag am Rande der Plenar-Woche.  Was mir in dieser Woche besonders am Herzen lag, lesen Sie wie gewohnt hier:

Spitzenforschung in Nordrhein-Westfalen

Spitzenforschung fällt nicht vom Himmel. Sie braucht Freiheit und Finanzierung. Es braucht kluge Köpfe und eine gute Infrastruktur, in der sich diese Kräfte entfalten können. Trotz knapper Haushalte können wir es uns nicht leisten, hier nicht zu investieren – wir müssen attraktiv bleiben für die wissenschaftlichen Kapazitäten und Talente. Deshalb sind und bleiben wir ein verlässlicher Partner für die gesamte Wissenschaftslandschaft. Dass die Universität Bonn und RWTH Aachen als Exzellenzuniversitäten für weitere sieben Jahre gefördert werden, zeigt, wie hoch die Qualität von Forschung, Lehre und Transfer in unserem Bundesland sind.

Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit, kluger Entscheidungen und einer klaren Ausrichtung auf Zukunftsthemen. Nordrhein-Westfalen setzt Maßstäbe für Hochschulen in ganz Deutschland. Technologische Umbrüche, geopolitische Spannungen und gesellschaftliche Entwicklungen stellen uns vor enorme Herausforderungen. Wir müssen ihnen mit der Hilfe von Wissenschaft und Wirtschaft begegnen. Zukunftsgerichtete Forschungsergebnisse und fundierte Innovationen sind ausschlaggebend für den wirtschaftlichen Erfolg in Nordrhein-Westfalen.

Mit zwei weiteren Anträgen und einem Gesetzentwurf in diesem Plenum stärken die Landtagsfraktionen von CDU und Grünen die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft und die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste sowie die Studierendenwerke der Hochschulen.

Kultur-Schecks für den ländlichen Raum

Kleine Konzertreihen, Lesungen, Ausstellungen, Theater in der Scheune: Kultur ist ein wichtiger Bestandteil unseres Zusammenlebens und gerade im ländlichen Raum unverzichtbar. Und dort, wo nicht an jeder Ecke ein Museum oder eine Bühne steht, hängt kulturelles Leben fast vollständig vom Einsatz der Menschen vor Ort ab. Es ist unsere Aufgabe, dieses Engagement zu unterstützen – so, dass es hilft und nicht neue Hürden schafft.

Mit wenigen hunderten Euro lassen sich im ländlichen Raum oft Projekte stemmen, die einen ganzen Ort bewegen. Deshalb setzen wir auf Kultur-Schecks, die unbürokratisch und digital abrufbar sind. Wir knüpfen damit an erfolgreiche Formate wie die Europa-Schecks und Heimat-Schecks an, die gezeigt haben, wie niedrigschwellige Förderung Engagement vor Ort stärkt. Kultur schafft Gemeinschaft, Zusammenhalt und Begegnung – und wir sorgen dafür, dass gute Ideen nicht am Geld und an Bürokratie scheitern.

ABC-Klassen

Sprache ist der Schlüssel zu Wissen, Teilhabe und Chancen. Fast jedes dritte Kind in Nordrhein-Westfalen hat diesen Schlüssel nicht und zeigt bei der Schuleingangsuntersuchung, dass es die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrscht.

Mit dem in dieser Woche eingebrachten Gesetzentwurf gehen wir einen notwendigen, richtigen Schritt und schaffen Verbindlichkeit: Zum Schuljahr 2028/29 wird eine verbindliche vorschulische Förderung für Kinder eingeführt, die nicht über ausreichende Sprachkompetenzen verfügen. Dazu wird die Schulanmeldung vom Herbst auf das Frühjahr vorgezogen. Im Frühjahr 2028 werden erstmals landesweit alle Kinder nach einem einheitlichen Standardverfahren auf ihre Sprachkompetenz getestet.

Das Konzept ist kein Gegenmodell zur Kita, sondern eine Ergänzung – und es ist kein singuläres Modell, sondern lehnt sich an das erfolgreiche Modell aus Hessen an. Die ABC-Klassen setzen früher und verbindlicher an als das bisherige System. Frühzeitige, gezielte Sprachförderung wirkt langfristig auf die kognitive, sprachliche und soziale Entwicklung von Kindern.

Die Kosten für Lehrerstellen, Räume, digitale Ausstattung und Schülerbeförderung sind beträchtlich. Für uns ist aber klar: Wer bestellt, bezahlt – die Kosten trägt das Land. Wer Chancengerechtigkeit ernst meint, darf nicht erst reagieren, wenn Kinder bereits in der ersten Klasse abgehängt werden.