Bildung entscheidet über die Zukunft unseres Landes. Sie eröffnet Kindern und Jugendlichen Chancen, stärkt Familien und ist zugleich die Grundlage für unseren Wohlstand und unsere Fachkräftesicherung.

Seit 2017 hat Nordrhein-Westfalen deshalb wichtige Weichen gestellt: für mehr Personal an unseren Schulen, für moderne Unterrichtskonzepte, für bessere Sprachförderung, für den Ausbau des Ganztags und für mehr Zeit zum Lernen.

Dabei gilt auch: Noch nicht alles ist erreicht. Gerade die Ergebnisse bei Lesen und Mathematik zeigen, dass wir weiter konsequent handeln müssen. Mit dem Schulkompass NRW 2030 hat die Landesregierung deshalb einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahre vorgelegt.

Die wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Bildungsland NRW

  1. Rekordinvestitionen in Bildung

Nordrhein-Westfalen investiert so viel wie nie zuvor in Bildung.

Für 2026 stehen 44,4 Milliarden Euro für den Bildungsbereich zur Verfügung. Damit ist Bildung der größte Einzelposten im Landeshaushalt. Gegenüber 2025 bedeutet das einen Zuwachs von rund 1,7 Milliarden Euro.

Das Geld fließt unter anderem in Schulen, Lehrkräfte, Ganztag, Digitalisierung sowie die Hochschulen und die frühkindliche Bildung.

Auch bei den Kitas setzt das Land einen klaren Schwerpunkt: Insgesamt werden 2026 knapp 6 Milliarden Euro in die frühkindliche Förderung investiert.

  1. Mehr Personal für unsere Schulen

Guter Unterricht braucht gute und ausreichend viele Menschen.

Hier hat Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt: Zum 1. Juni 2026 waren an den Schulen 166.161 vollbesetzte Stellen vorhanden. Das sind mehr als 12.600 Menschen mehr als zu Beginn der Legislaturperiode im Juni 2022.

Besonders wichtig: Seit 2022 wurden mehr als 30.000 dauerhafte Neueinstellungen vorgenommen, darunter mehr als 25.000 Lehrkräfte.

Zusätzlich wurden weitere pädagogische und nichtpädagogische Fachkräfte eingestellt – etwa für multiprofessionelle Teams, Schulsozialarbeit und Schulverwaltung. Auch mehr als 2.200 Alltagshelferinnen und Alltagshelfer unterstützen die Schulen.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Anhebung der Einstiegsbesoldung auf A13 für Grundschullehrkräfte und Lehrkräfte der Sekundarstufe I.

Die Herausforderung bleibt groß: Der Personalbedarf steigt unter anderem wegen wachsender Schülerzahlen und des weiteren Ganztagsausbaus. Deshalb wird die Personaloffensive fortgesetzt.

  1. G9 ist zurück: Mehr Zeit zum Lernen

Eine zentrale bildungspolitische Entscheidung der vergangenen Jahre war die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium.

Die Umstellung auf G9 wurde 2018 vom Landtag beschlossen. Seit dem Schuljahr 2026/27 gibt es an den Gymnasien wieder einen 13. Jahrgang – die Rückkehr zum neunjährigen Bildungsgang ist damit vollständig umgesetzt.

Das Land hat die Kommunen bei den notwendigen Investitionen unterstützt: Für zusätzlichen Schulraum wurden insgesamt 518 Millionen Euro als Belastungsausgleich vorgesehen.

Auch die zusätzlichen Personalkosten für die durch G9 erforderlichen Lehrkräfte übernimmt das Land. Im Endausbau werden dafür rund 2.200 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer benötigt.

  1. Sprachförderung beginnt früh – Sprach-Kitas gesichert

Gute Bildung beginnt nicht erst mit der Einschulung. Sprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bildungsweg.

Als der Bund seine Förderung der Sprach-Kitas im Sommer 2023 beendet hat, hat Nordrhein-Westfalen Verantwortung übernommen und das erfolgreiche Programm fortgeführt.

Für die Sprach-Kitas stellt das Land inzwischen rund 38 Millionen Euro jährlich bereit. Die Förderung wurde aktuell sogar bis Ende Juli 2027 verlängert.

Damit setzt NRW ein klares Signal: Sprachförderung darf nicht vom Wohnort oder von der finanziellen Situation einer Kommune abhängen.

  1. ABC-Klassen: Bessere Startchancen vor der Einschulung

Mit den ABC-Klassen geht Nordrhein-Westfalen beim Thema Sprachförderung noch einen Schritt weiter.

Künftig sollen Kinder, die bei der Sprachstandsfeststellung noch nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, bereits im Jahr vor der Einschulung verpflichtend gefördert werden.

Vorgesehen sind in der Regel zwei Termine pro Woche mit jeweils zwei Stunden. Die ersten verpflichtenden ABC-Klassen sollen im Schuljahr 2028/29 starten.

Damit gilt: Wir warten nicht, bis ein Kind in der ersten Klasse Schwierigkeiten bekommt. Wir wollen früher erkennen, wo Unterstützung gebraucht wird – und früher helfen.

  1. Ganztag ausgebaut – der Rechtsanspruch kommt

Familien brauchen verlässliche Betreuung. Gleichzeitig bietet der Ganztag zusätzliche Möglichkeiten für Bildung, Förderung, Bewegung und soziale Entwicklung.

Nordrhein-Westfalen hat den Ausbau der Offenen Ganztagsschulen deshalb massiv vorangetrieben.

2026 stehen Mittel für mehr als 500.000 OGS-Plätze zur Verfügung. Allein 2026 werden Mittel für rund 20.000 zusätzliche Plätze bereitgestellt.

Dafür fließen 2026 fast 1 Milliarde Euro in den Offenen Ganztag im Grundschulbereich.

Seit dem 1. August 2026 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zunächst für die Erstklässler. Schritt für Schritt wird er auf die weiteren Jahrgänge ausgeweitet.

Das Land unterstützt die Kommunen dabei beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur und

7. Lesen, Schreiben und Rechnen wieder stärker in den Mittelpunkt

Die Ergebnisse internationaler und nationaler Vergleichsstudien zeigen: Bei den Basiskompetenzen besteht Handlungsbedarf.

Nordrhein-Westfalen reagiert darauf mit einem klaren Schwerpunkt auf Lesen, Schreiben und Mathematik.

Seit dem Schuljahr 2023/24 gibt es an den Grundschulen eine verbindliche zusätzliche Lesezeit von mindestens 3 × 20 Minuten pro Woche.

Hinzu kommt nun die Initiative „Stift zur Hand“ mit der wir die Handschriftlichen Fähigkeiten in wieder stärken.

Bildung bleibt eine Aufgabe für morgen

Die Bilanz der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen: Nordrhein-Westfalen investiert Rekordsummen, beschäftigt so viele Menschen an Schulen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, hat G9 zurückgebracht, Sprach-Kitas gesichert, den Ganztag massiv ausgebaut und mit dem Schulkompass einen klaren Fahrplan für die kommenden Jahre entwickelt.

Gleichzeitig dürfen wir uns nicht zurücklehnen. Gute Bildung ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist.

Wir müssen weiterhin dafür sorgen, dass Kinder früh gefördert werden, Grundkompetenzen sicher beherrschen, Lehrkräfte gute Rahmenbedingungen vorfinden und jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen nutzen kann.

Genau dafür steht das Bildungsland NRW: investieren, Probleme früh erkennen, gezielt fördern und Schritt für Schritt bessere Bildung ermöglichen.

Denn jedes Kind hat die Chance auf die beste Bildung – und Nordrhein-Westfalen muss dafür die besten Voraussetzungen schaffen.