Mit der Veröffentlichung der Bioökonomie-Strategie Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung einen bedeutenden Schritt für die nachhaltige und wirtschaftliche Zukunft unseres Landes vollzogen. Für mich persönlich ist dieser Tag zugleich ein wichtiger Meilenstein meiner politischen Arbeit.
Bereits früh habe ich mich dafür eingesetzt, das Zukunftsthema Bioökonomie stärker in den Fokus der Landespolitik zu rücken. Auf meine Initiative hin wurde in Nordrhein-Westfalen der Bioökonomie-Rat gegründet, der Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik zusammenbringt und wichtige Impulse für die Entwicklung einer landesweiten Strategie geliefert hat. Viele der Empfehlungen des Rates finden sich nun in der veröffentlichten Bioökonomie-Strategie wieder.
Bioökonomie ist für mich eines der großen Zukunftsthemen unserer Zeit. Sie verbindet wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz, Ressourceneffizienz und Innovation. Nordrhein-Westfalen hat als Industrie-, Forschungs- und Agrarstandort beste Voraussetzungen, hier eine führende Rolle einzunehmen.
Im Kern geht es bei der Bioökonomie darum, fossile Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe und biologische Verfahren zu ersetzen. Dadurch entstehen neue Wertschöpfungsketten, innovative Produkte und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für Landwirtschaft und Unternehmen gleichermaßen. Gleichzeitig werden Ressourcen geschont und regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt.
Dass dieses Potenzial längst keine Zukunftsmusik mehr ist, zeigen zahlreiche Projekte aus Nordrhein-Westfalen:
- Projekt „P-REx“ der Firma Oellers nutzt biotechnologische Verfahren, um landwirtschaftliches Abwasser in einen industriell nutzbaren Rohstoff zu verwandeln – unter anderem für die Lackindustrie
- Die Färberdistel-Wirtschaft erschließt neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft. Aus der Pflanze entstehen unter anderem Rohstoffe für Bioschmierstoffe, Kosmetikprodukte sowie Fasern für industrielle Anwendungen.
- Bei den innovativen Farben unter Verwendung von Fraktionen aus Schweinegülle werden hochwertige Schutzlacke aus Bestandteilen der Schweinegülle hergestellt. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie bislang ungenutzte Reststoffe zu hochwertigen Produkten weiterentwickelt werden können.
- Das Startup Re.solution entwickelt Verfahren für die Kreislaufwirtschaft von Textil-Mischgeweben. Durch innovative Recyclingtechnologien werden wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und Ressourcen geschont.
Die nun vorliegende Strategie zeigt, dass Nordrhein-Westfalen die Chancen der Bioökonomie entschlossen nutzen will. Nun geht es darum, die Strategie gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Gesellschaft in die Praxis zu überführen und konkrete Projekte weiter voranzubringen.
Für mich ist die Veröffentlichung der Strategie ein wichtiger Erfolg, aber zugleich erst der Anfang. Jetzt müssen wir die Potenziale der Bioökonomie konsequent heben. Das schafft Innovationen, stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und eröffnet neue Perspektiven für den ländlichen Raum ebenso wie für unsere Industrieregionen.
Mit der nun vorliegenden Strategie setzt Nordrhein-Westfalen auch auf europäischer Ebene ein starkes Signal und positioniert sich als Vorreiter einer modernen, nachhaltigen und innovativen Bioökonomie. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiterhin aktiv mitzugestalten.
